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Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Russland
Deutschland stellt seit mehreren Jahren den wichtigsten Außenhandelspartner Russlands dar. Das Handelsvolumen zwischen unseren Ländern wies in 2006 wie bereits in den vorangegangenen Jahren eine beträchtliche Steigerungsrate auf (+37,7% auf 53,55 Mrd. € gegenüber 2005). Diese Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2007 fort. Russland exportiert vorwiegend Energierohstoffe und ist seit vielen Jahren eine der wichtigsten deutschen Bezugsquellen für Erdöl und Erdgas. Infolge einiger Konflikte zwischen Russland und Abnehmerländern kam es in den vergangenen Jahren zu Lieferverzögerungen bis hin zu kurzfristigen Lieferstopps, von denen auch EU-Empfängerländer betroffen waren. Dieses führte zu Diskussionen in Deutschland, ob die russische Seite tatsächlich ein absolut verlässlicher Energierohstoff-Lieferpartner sei.
Die deutsche Wirtschaft exportiert vor allem in Bereichen wie Kraftfahrzeuge, Maschinen und Anlagen, Baumaterial, Möbel, Konsumgüter sowie Lebensmittel. Die meisten deutschen Produkte lagen dabei im Bereich des gehobenen oder höheren Preissegmentes. Für die russische Seite spielen Qualität, Haltbarkeit sowie der Service rund um die Produkte die wichtigste Rolle bei der Importentscheidung.
Schwerpunkte des Engagements deutscher Unternehmen in Russland liegen in Moskau und St. Petersburg. Vor allem Moskau bildete in den meisten Fällen den Ausgangspunkt geschäftlicher Aktivitäten deutscher Unternehmen. Mittlerweile erstrecken sich deutsche Engagements jedoch in zunehmendem Maße auch auf die Regionen Russlands. In Moskau sind rund 3000 deutsche Unternehmen mit Joint Ventures, Tochterunternehmen, Filialen und Repräsentanzen vertreten. In der Russischen Föderation dürften insgesamt etwa 4500 deutsche Firmen tätig sein. Das Interesse mittelständischer deutscher Firmen an Russland ist in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen, auch über die bisherigen Schwerpunktbereiche der Importnachfrage, wie Kraftfahrzeuge, Maschinen und Anlagen, Baumaterial, Möbel sowie Lebensmittel hinaus.
Am Standort Moskau und ebenfalls in St. Petersburg existiert mittlerweile ein starker Wettbewerb zwischen vielen westlichen und einheimischen Unternehmen. Daher ist zu empfehlen, geschäftliche Aktivitäten eher in der Provinz zu starten. Dabei bieten sich vornehmlich Regionen in den rohstoffreichen und somit einkommensstarken westsibirischen Gebieten, an der mittleren Wolga sowie in der Uralregion an.
Neben den großen deutschen Energieunternehmen sind vor allem Automobilhersteller und Kfz-Zulieferer, Anlagenbauer, Firmen aus dem Agrarsektor sowie die großen Handelsketten auf dem russischen Markt aktiv. Es ist davon auszugehen, dass Russland auch in den nächsten Jahren ein wichtiger Exportmarkt für deutsche Produkte und Dienstleistungen bleiben wird. Zu vermerken ist, dass das Interesse russischer Unternehmen an Investitionen in Deutschland in den vergangenen Jahren spürbar zunahm. Dieses gilt vornehmlich für große staatliche und private russische Unternehmen der Energiebranche.
Deutsche Firmen haben in den vergangenen Jahren erhebliche Investitionen in Russland getätigt. Bei den kumulierten Investitionen lag Deutschland im Jahr 2006 mit ca. 9,74 Mrd. US-Dollar an vierter Stelle; auch hier setzte sich der Trend in 2007 fort. Hinter diesen Zahlen verbergen sich erfolgreiche Investitionen auch größerer mittelständischer Betriebe in Bereichen, die bisher ausschließlich durch den Export bedient wurden.
Nach dem Ausbruch der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ging auch der deutsch-russische Handel deutlich zurück. Jedoch im Gegensatz zu anderen Nachfolgestaaten der UdSSR verfügt Russland über ein großes Valuta-Polster, um dringend notwendige Importe - vornehmlich im Investitionsgütersektor - auch problemlos finanzieren zu können. Trotzdem dürfte es nach dem Einbruch des deutsch-russischen Handels in 2009 auch in den Jahren 2010 und 2011 vor allem für deutsche Konsumgüterexporteure auf Russlands Märkten schwieriger werden. Hinzu kommt, dass Russlands Regierende erneut Anstrengungen starteten, die eigene verarbeitende Industrie zu modernisieren. Dieses eröffnet jedoch auch deutschen Exporteuren von Investitionsgütern verbesserte Absatzaussichten.